medea komplex teil 2
Starkes Stück:
Ensemble Wehrtheater zeigt zweiten Teil seines „medea-komplex“ Eine
tolle Vorstellung bot das Ensemble Wehrtheater mit Anja Lais im ersten
Teil des „medea-komplex“ von Andrea Bleikamp. „Morgen früh, wenn Gott
will…“. Kaum vostellbar, dass die Männer in „Teil 2 medea-komplex“,
„Dein Vater hütet die Schaf…“ mit ihrem Beitrag zur Vaterliebe die Mutterliebe
der Startproduktion in den Schatten stellen könnten. Aber auch dieser
Abend im Rakentenklub präsentiert nun starkes Theater. … Die Stärke
dieses zweiten Teils liegt in der Mehrstimmigkeit, mit der die Texte
zwischen Antike und Gegenwart wechseln. Die Männer produzieren mehr
Komik, dafür weniger Pathos. Das schenkt ihnen eine Glaubwürdigkeit,
die dem Männerbild dann doch gerechter wird, als man es gemeinhin für
möglich hält. Andrea Bleikamp bricht mit gewohnten Klischees – keine
Machos oder Vergewaltiger; keine Jammerlappen, keine Fraueanversteher.
Vielmehr ein gebanntes Publikum – Männer wie Frauen – das den Atem anhält,
wenn Grötzinger zu einer Liebeserklärung ansetzt, bei der er einen tiefen
Blick in den Männerseele gewährt. Kluges Theater, anregend im Text montiert,
kurzweilig inszeniert und mit Verve gespielt. (Thomas Linden, Kölnische
Rundschau, 01.05.2010)
Von Liebe gezeichnet …
ein grandioser Abend, der einem im kleinen Raketenklub buchstäblich
unter die Haut kriecht. Männer lieben anders, ganz viel.
( Dorothea Marcus, Henriette Wetsphal, akT, Mai 2010)
Alter Held wird neuer Papa
Ein erfolgreicher Erstling legt die Messlatte bekanntlich hoch. Andrea
Bleikamp vom „Wehrtheater“ war vergangenen November mit „morgen früh,
wenn gott will…“ der starke Auftakt einer geplanten Trilogie über Mutterleibe
und Kindestötung gelungen. Nun liefert die Regisseurin mit „dein vater
hütet die schaf…“ Teil zwei ihres „medea-komplexes“ nach -sehenswert
auch ohne Kenntnis des Vorläufers. Kennt man aber „medea 1“, so fallen
elegant verwobene Anknüpfungspunkte auf. … Aber auch wenn der „Männerabend“
klischeegemäß lauter und hemdsärmeliger daherkommt als Medeas erschöpfte
Beichte, so gibt es doch gelungene Brüche hin zu stillen, nachdenklichen
Momenten. Hier erweist sich Jason Darsteller Andreas Grötzinger als
einfühlsamer Interpret mit variationsreicher Stimme….
( Jessica Düster, Kölner Stadtanzeiger, 29. April 2010)

